Geschichte lesen

Die Gestaltungs- und Architektur-Teams hinter der NÖ Landesausstellung 2026

Blogbeitrag zu den Ausstellungsarchitekten
Katharina Strasser, BA

Ausstellungen wirken auf Besucherinnen und Besucher oft ganz selbstverständlich: Man betritt einen Raum, folgt einem Rundgang, entdeckt Objekte, Installationen und mehr und taucht so tief in ein Thema ein. Damit das gelingt, braucht es ein Team, das aus Inhalten Räume macht - die Ausstellungsarchitektinnen und -architekten und Ausstellungsgestalterinnen und -gestalter. 

Damit eine Ausstellung gelingt, kümmern sich Architektinnen und Architekten um die Gestaltung der Räumlichkeiten. Für die Landesausstellung sind das unter anderem die Ausstellungsarchitektinnen Sanja Utech und Irina Koerdt von koerdtutech. Sie gewannen im Herbst 2025 mit ihren Entwürfen den Wettbewerb für die NÖ Landesausstellung 2026.

„Eine Ausstellung zu gestalten ist immer auch eine Herausforderung. Wir versuchen die Objekte in ein Setting zu setzten, das die kuratorische Geschichte unterstützen und vermitteln soll“, erklärt Irina Koerdt. In den vergangenen Monaten haben sie aufbauend auf dem kuratorischen Konzept einen szenografischen Rundweg entworfen. Das zugrundeliegende Ausstellungskonzept gliedert den Rundgang in vier Kapitel. Diesen haben die Ausstellungsarchitektinnen mit Displays getrennt, damit so für die Besucherinnen und Besucher eine spannende Abfolge entsteht. 

Generell kümmert sich die Ausstellungsarchitektur um das räumliche Konzept einer Ausstellung, also etwa die Wegführung, Raumstruktur und Planung der Materialen und Konstruktionen. Man könnte sagen: Ausstellungsarchitektur ist temporäre Architektur für Inhalte. Die Ausstellungsarchitektinnen arbeiten dabei eng mit den Ausstellungsgestaltern zusammen. Deren Schwerpunkt liegt wiederum auf der Mediengestaltung und der visuellen Inszenierung. Sie entwickeln Grafiken, Texttafeln, und interaktive Stationen, gestalten multimediale Elemente und sind für die visuelle Identität der Ausstellung zuständig. 

„Eine zentrale Herausforderung besteht darin, die Ernsthaftigkeit der Themen so zu übersetzen, dass sie nahbar und nachvollziehbar werden und zur Auseinandersetzung einladen“, betont Ausstellungsgestalter Christof Nardin von Bueronardin in Bezug auf das Ausstellungsthema. Er und sein Team kümmern sich um das Informations- und Grafikdesign, die Atmosphäre, Farben, visuelle Narrative, Typografie und die Reproduktionen. Man müsse die vielen Ebenen und Facetten der Ausstellung berücksichtigen, aber eben auch die große Reichweite und die unterschiedlichen Besucherinnen und Besucher. „Von interaktiven Stationen bis zur barrierefreien Navigation sind zahlreiche komplexe Anforderungen zu lösen und miteinander zu verknüpfen. Am Ende soll all das selbstverständlich funktionieren – und dabei überzeugend gestaltet sein“, so Christof Nardin. 

Im Außenbereich geht die Arbeit der beiden Ausstellungsarchitektinnen Irina Koerdt und Sanja Utech weiter: „Für die Landesausstellung haben wir ein kleines Leitsystem für das Areal entworfen. Wichtige Häuser wie das Hauptgebäude H21 und der Pavillon H18 mit der Gedenkausstellung werden hier kurz thematisiert und leiten die Besucherinnen durch das Areal.“ Sie sorgen mit ihrer Arbeit also dafür, dass sich das Ausstellungs-Publikum am Areal orientieren kann. 

Ein besonderes Augenmerk der Ausstellunggestaltung liegt auf den architektonischen Gegebenheiten. Das Hauptausstellunggebäude Haus 21 und das Haus 18, in dem der dauerhafte Lernort untergebracht ist, sind Teil des Jugendstil-Ensembles am Areal des Landesklinikums Mauer und geben somit den Rahmen für die Gestaltung vor. „Unser Anspruch, zeitgenössische visuelle Antworten zu finden, bedeutet stets auch, das Vorhandene respektvoll zu behandeln. Manchmal liegt die Lösung im bewussten Kontrast, manchmal in der Zurückhaltung – in jedem Fall jedoch im Arbeiten mit und nicht gegen die Architektur“ erzählt Christof Nardin. 

Ich wünsche mir, dass durch die aktive Kommunikation und das breite Angebot dieser Ausstellung ein Beitrag dazu geleistet wird, die Stigmatisierung psychischer Erkrankungen in unserer Gesellschaft weiter abzubauen
Christof Nardin

Wer die NÖ Landesausstellung im Landesklinikum Mauer besucht, sieht die Zusammenarbeit verschiedener Teams, die eine Vielzahl an Inhalten und Exponate zu einer Ausstellung zusammengefügten. Besuchende bewegen sich somit durch ein bewusst gestaltetes Gesamterlebnis. Räume, Wege und Inszenierungen sind Teil der Geschichte, die erzählt wird. 

Die NÖ Landesausstellung 2026 findet von 28.3. bis 8.11 im Landesklinikum statt. „Wenn die Welt Kopf steht – Mensch. Psyche. Gesundheit.“ zeigt künstlerisch die Herausforderungen psychischer Erkrankungen und deren Auswirkungen auf Betroffene und Angehörige. Zudem entsteht ein Lernort zur Geschichte der NS-Medizinverbrechen in der Zeit des Nationalsozialismus. 

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